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In Call of Pripyat schlüpfen Spieler in die Rolle von Major Degtarew, einem Agenten des ukrainischen Geheimdienstes. Der soll einen mysteriösen Vorfall untersuchen: Fünf Helikopter sind bei Aufklärungsflügen über dem Gebiet von Tschernobyl abgestürzt, die Ursache ist unbekannt. Degtarew zieht als Stalker verkleidet los, er verfügt über eine solide Anfangsausstattung an Medikamenten und ausreichend Waffen und Munition.
All die Ausrüstung benötigt Degtarew zu Beginn gar nicht: Anfangs begegnet er nur anderen Stalkern, die - solange er keine Waffe auf sie richtet - freundlich reagieren, nett plauschen und die ein oder andere Information oder Quest für ihn haben. Erst etwas später trifft der Spieler auf Mutanten und andere Gegner, mit denen er sich anlegen muss. Der Schwierigkeitsgrad bleibt aber deutlich unter dem der Vorgänger, und auch das Problem der nicht ausreichenden Ressourcen stellt sich deutlich seltener - wer zumindest einige der rund 70 abwechslungsreichen Zusatzmissionen absolviert, kommt gut über die Runden.
Erst nach einigen Stunden gelangt der Spieler nach Pripyat, davor ist er unter anderem in einem Sumpfgebiet unterwegs, und er erkundet Einrichtungen wie Funkanlagen und ein großes Areal mit Fabrikanlagen. Wer mag, kann die teils sehr langen Fußwege übrigens abkürzen, indem er sich von einem Scout gegen Bezahlung zu bestimmten Zielen bringen lässt - das Spiel lädt das Gebiet dann umgehend in den Speicher. Wer die Umgebungen schon aus den Vorgängern kennt, der sieht in Call of Pripyat wenig Neues: Fast alle Texturen und die typischen Gebäudearten sind schon bekannt, grafisch hat sich vergleichsweise wenig getan. Lediglich die Grafiken des Interfaces und auch die Bedienung selbst haben die Entwickler überarbeitet: Wichtige Gegenstände wie Medpacks lassen sich nun komfortabel über die Funktionstasten verwenden.
In einem Punkt schlägt sich Call of Pripyat deutlich besser als seine Vorgänger: Die Verkaufsversion scheint so gut wie keine nennenswerten Bugs zu enthalten - das war insbesondere bei Clear Sky ganz anders.
Fazit
Mit Call of Pripyat ist den Entwicklern ein krönender Abschluss für Stalker gelungen - falls nicht doch noch eine weitere Fortsetzung folgt. Trotz der leicht angestaubten Grafik ist das Szenario mit seinen riesigen Gebieten und all den offenbar noch in der Sowjetzeit errichteten Betonbauten seltsam glaubwürdig - und das trotz der übersinnlichen Elemente. Dazu kommen eine spannende Haupthandlung und die vielen spannenden Nebenmissionen. Action gibt es zwar auch jede Menge, aber die Rollenspielelemente stehen klar im Vordergrund. Unterm Strich bietet Call of Pripyat die Möglichkeit, erneut in ein faszinierendes Stück Geschichte einzutauchen - wer das Szenario von Stalker mag, kann diesmal bedenkenlos zugreifen.

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