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Dass Call of Duty massig Action bietet, das wissen wir. Dass der Shooter auch eine gute Geschichte zu erzählen versucht, ist allerdings neu. Tatsächlich überzeugt Black Ops nicht nur durch jede Menge Kawumm. Der Anfang: Held unter Strom
Wir klicken auf »Neues Spiel«, und das Menü (ein spärlich beleuchteter, mit flackernden Monitoren vollgestellter Raum, wie er aus dem Horrorfilm Saw stammen könnte) wechselt nahtlos in die Kampagne. Das unscharfe Bild wandert hektisch hin und her, wir sind an einen Stuhl geschnallt, plötzlich ein Stromschlag. »Wachen Sie auf!«, bellt uns eine verzerrte Stimme über Lautsprecher an.
Die Dialoge sind gut vertont und klasse animiert. Es folgt ein Verhör, in der russische Namen fallen, auch von einer Biowaffe ist die Rede, und dass wir angeblich wissen sollen, wo die ist. Zahlen, Orte, Ziele, all das will die ominöse Stimme von uns erfahren. Oder besser: von Alex Mason, dem Hauptdarsteller von Black Ops. Anders als in den Vorgängern wechseln wir nun nicht mehr alle naselang die Soldatenstiefel, sondern verfolgen die Geschichte fast ausnahmslos durch Masons Augen. Das ist neu in Call of Duty, und wir können uns plötzlich viel besser mit der Geschichte identifizieren, selber spüren, was den Helden bewegt. Mehr noch: Durch laufend eingespielte, rasant geschnittene Erinnerungsfetzen der Marke Bourne Identität lernen wir Mason nach und nach kennen, erfahren, was man ihm angetan hat und warum er nun gefesselt auf einem Stuhl hockt. »Alles begann in Kuba«, hustet er. »Als wir Fidel Castro töten sollten.«
Die Geschichte: Kennedy, Castro und die Russen
Call of Duty: Black Ops spielt zu Zeiten des Kalten Krieges und schickt uns nach Kuba und die UdSSR über Vietnam, Hong Kong und Laos bis in den Golf von Mexiko.
In Hue City sollen wir einen Landeplatz verteidigen. Mason, ein hochdekorierter US-Soldat, bekommt von Präsident Kennedy höchstselbst den Auftrag, eine geheime Biowaffe namens Nova 6 zu finden und sicherzustellen. Im Verlauf wird jedoch schnell klar, dass weit mehr dahinter steckt, dass vertraute Personen involviert sind und dass Mason der Schlüssel zu all dem ist. Mehr wollen wir an dieser Stelle nicht verraten, denn aus den gut platzierten Wendungen sowie vor allem dem Finale zieht Black Ops einen Großteil seiner Motivation. Klar, innovativ ist die Geschichte um Biowaffen, Verrat und böse Russen wahrlich nicht, doch weiß Treyarch den Spieler nun zumindest besser als in früheren Call of Duty-Teilen durch die Story bei der Stange zu halten. Das liegt nicht nur an Masons Verhör, das die Rahmenhandlung zusammenhält und laufend spannende Details enthüllt, sondern auch an der serientypischen Art, sämtliche Dialoge und Ereignisse in aufwändig animierten Skriptereignissen aus der Egoperspektive zu erzählen. Dadurch entsteht von Anfang an ein regelrechter Rausch, der – auch da bleibt sich Call of Duty treu – leider schon nach maximal sechs Stunden wieder vorbei ist.
Die Action: Hollywood-Kino!
Doch die kurze Spielzeit hat Treyarch mit jeder Menge Spektakel gefüllt. Da ballern wir uns nachts durch Hue City, das gerade von einem Bombardement heimgesucht wird, fliehen nur mit einem Messer bewaffnet aus einem russischen Hochsicherheits-Gefängnis oder holen am Baikonur Kosmodrom gar eine startende Mondrakete vom Himmel. Die Gewalt: hart, aber im Rahmen
Wird Treyarch seinen angeknacksten Ruf mit Black Ops also los? Wir finden: Jawoll! Setzt Call of Duty auch spielerisch neue Akzente? In Sachen Mechanik und Missionsdesign definitiv nicht.
Black Ops ist zwar drastisch, aber nicht Gewalt verherrlichend. Doch die Art, wie Treyarch seine Geschichte erzählt und den Helden in Szene setzt, motiviert und bringt frischen Wind in die Serie. Bleibt noch die Frage nach der Gewalt. Erste Preview-Versionen und unser Besuch auf der Gamescom ließen die Befürchtung aufkommen, Black Ops würde seinen bereits kontrovers diskutierten Vorgänger Modern Warfare 2 hierbei sogar toppen wollen. Doch wir können Entwarnung geben. Das neue Call of Duty geizt zwar nicht mit drastischen Szenen, geschmacklos oder Gewalt verherrlichend ist das Gezeigte aber nie, zumindest nicht für Fans harter Kriegsfilme. Treyarch ruderte in den letzten Monaten sogar zurück: Wo wir beispielsweise bei einem Schleicheinsatz in Vietnam einst von unserem KI-Kollegen Woods den Befehl erhielten, einem schlafenden Soldaten die Kehle aufzuschlitzen, können wir nun selbst entscheiden, ob wir den heimtückischen Mord begehen oder nicht. Nichtsdestotrotz bleibt Black Ops ein hartes, sehr gewalthaltiges Spiel, das nicht in Kinderhände gehört. Volljährige Ballerfans hingegen bekommen einen furios in Szene gesetzten Ego-Shooter, der die Call of Duty-Serie würdig fortsetzt und durch die Masse an Action und coolen Skriptsequenzen sowie dem Adrenalin fördernden Tempo vor allem eines beim Spieler erzeugt: Hochspannung. Quelle: GameStar.de
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