 Bereits in der ersten Mission als Amerikaner zeigt einem das Spiel wo der Kampfhammer hängt. Da haben wir gerade eine selbstmörderische Fahrt in einem Jeep hinter uns gebracht und werden schon in die Schützengräben gejagt mit dem Befehl die Linie unter allen umständen zu halten. Versuchen wir den Graben zu verlassen werden wir augenblicklich von einem unsichtbaren Panzer zerfetzt, also lieber Kopf unten halten und ballern was die Rohre hergeben. Dies können wir tun bis wir keine Munition mehr haben und uns die Deutschen schließlich überrennen. Beim zweiten oder dritten Anlauf dann dämmert es uns langsam, dass sich hier irgendwo ein Schalter befinden muss der das Spielgeschehen vorantreibt. So ist es auch, die Schalter befinden sich in Form zweier MG-Stellungen am Horizont. Erst wenn diese ausgeschaltet sind läuft das Script weiter und wir werden in den nächsten Schützengraben gejagt, wo es zwei Panzer auszuschalten gilt um in den nächsten Graben zu hechten und so weiter und so fort.
An Mancher Stelle würde man sich einfach etwas klarere Hinweise wünschen, womit man die eine Hälfte der Schwierigkeiten im Gameplay locker wegstecken könnte, und an manch anderer Stelle gibt sich das Spiel unverhältnismäßig schwer, nur um kurz darauf wieder "normal" weiter zu gehen, was die andere Hälfte des erhöhten Schwierigkeitsgrades ausmacht. Denn davon abgesehen sorgen die engen Scripts für die angepeilte cineastische Inszenierung, die sich ideal eignet um im Freundeskreis eine gekonnte Vorstellung hinzulegen, insofern man erst einmal die Funktionsweise der Abläufe erkannt hat. Dann nämlich ist "United offensive" gar nicht mehr so schwer wie es einem an mancher Stelle erscheint.
Partikel, Rauch und Nebel
Was uns die aufgebohrte Quake 3-Engine an Grafik präsentiert ist sicher nicht mehr ganz up to date, sorgt aber selbst auf normalen PCs ohne HighEnd-Triebwerke und Nachbrenner für ein flüssiges Spiel bei vermehrtem Einsatz von Rauch, Nebel- und Partikeleffekten. Denn wenn so eine Granate direkt vor uns explodiert reißt sie tatsächlich etwas von dem Erdreich in die Höhe und vernebelt uns im wahrsten Sinne des Wortes die Sicht. Weniger real sehen da die sich auflösenden Toten aus, die nach kurzer Zeit einfach vom Schlachtfeld verschwinden. Dafür hat man sich bei dem Waffendesign wieder mehr Mühe gegeben, die nicht nur sehr authentisch aussehen und sich ebenso anhören, auch das Benutzen der verschiedenen Zielvorrichtungen an den Waffen macht ziemlich viel Spaß.
Stellung links, ausschalten!
Neben den vielen automatisierten Abläufen sorgt natürlich die Soundkulisse dafür, dass wir uns so richtig ins Kriegsgebiet hineinversetzt fühlen. Dies beginnt mit den recht gelungenen englischen Sprechern die unseren Kameraden ihre Stimme liehen, geht über die differenzierten Waffengeräusche bis hin zu dem infernalischen Explosionslärm explodierender Geschosse und Granaten bis hin zu dem alles übertönendem Luftangriff. All dies auf einmal erzeugt eine Soundkulisse wie man sie sich in solch einem Spiel wünscht.
Peng, Peng, Nachladen
Es gibt kaum eine Sekunde in "United Offensive" in der wir nicht unseren Feuerknopf massieren. Praktisch ständig sind wir gezwungen aus allen Rohren zu feuern, bis auf die wenigen Augenblicke des Nachladens. Und auch wenn es Waffen gibt die man wesentlich schneller laden kann als andere, schon bald beginnt man den Kontrollschlag auf das Magazin zu hassen, weil er uns eine wertvolle Viertelsekunde kostet und wir doch vor wenigen Augenblicken schon einmal nachgeladen haben. Da sehnt man sich schnell nach den fest montierten Geschützen mit endloser Munition, die es einem gestatten ohne unterlass das Blei gen Feind zu schicken. Zumindest bis das Rohr glüht und um Gnade schreit.
Denn mit der Munition in "United Offensive" ist es so eine Sache, die zwar meist dort herumliegt wo wir sie auch brauchen, trotzdem immer im falschen Augenblick zuende geht. Für diesen Fall können wir auf unser Standardgewehr zurückgreifen, dessen Munition auf magische Weise nie ausgeht. An Stellen wo es die Position zu halten gilt taucht die lebensrettende Munition auch gerne wie von Geisterhand immer wieder auf.
Die Steuerung selbst orientiert sich an dem bekannten Egoshooter-Standard und lässt sich auch komplett neu definieren, wenn gewünscht. Geschossen werden kann entweder aus der Hüfte heraus, wobei uns ein kleines Fadenkreuz Schützenhilfe leistet, oder aus der Egoperspektive über Kimme und Korn, was die Treffergenauigkeit ziemlich erhöht.
Der obligatorische Multiplayer-Part
Auch wenn uns der Multiplayer-Part auf den ersten Blick nur bekannte und inzwischen wohl auch schon angestaubte Kost bietet, ist er doch solide umgesetzt worden und dürfte den bisherigen Call of Duty-Spielern durchaus gefallen. Denn neben dem bekannten Capture the Flag Mode dürfte vor allen Dingen der Domination-Mode für den erwarteten Online-Spaß sorgen. Dabei geht es darum, dass mehrere Punkte auf einer Karte von einem Team dominiert werden und das andere Team versucht ihnen die Herrschaft streitig zu machen. All das funktioniert technisch ganz gut und macht einige Runden auch durchaus Spaß, über längeren Zeitraum aber werden sie nur noch die eingefleischten Fans begeistern können. "United Offensive" ist ein umfangreiches und gelungenes AddOn zu Call of Duty mit etwas gesteigertem Schwierigkeitsgrad. Wer Call of Duty schon mochte wird mit dem AddOn ebenso glücklich sein, denn der Umfang stimmt ebenso wie die ausgereiften Level. Einzig einen gewissen Hang zu gescripteten Ereignissen muss man schon mitbringen, um die teilweise unklaren Missionsziele zu erreichen. Dafür glänzt der Multiplayer-Mode mit dem recht gelungenem Domination-Mode, der uns auch nach der großen Singleplayer-Kampagne noch Genug Spielspaß bereitet.
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