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Sowjet-Kampagne oder: "Warum müssen wir mit Kartoffeln üben?" Beginnen wir mit dem russischen Solldaten Vasili Ivanovich Koslov. Gerade erst an der Front eingetroffen, muss er sein Training absolvieren. Hier lernt der Spieler wie er schießt, schlägt, sich bewegt und mit Kartoffeln um sich wirft. Die Kartoffeln sollen Handgranaten darstellen, denn Handgranaten sind laut unserem Ausbilder bei weitem wertvoller als wir. Unser "ruhiges" Training wird durch deutsche Angriffsvorbereitungen unterbrochen. Wir ziehen also in die Schlacht. Als Koslov ziehen wir nun durch die umkämpften Straßen von Moskau, reparieren beschädigte Telefonleitungen in Stalingrad und fordern Artillerieunterstützung gegen die deutschen Panzer an. Bewaffnet sind wir mit den aus dem ersten Teil bekannten Waffen wie der Mosinn-Nagat, der PPSh und dem Scharfschützengewehr. Neu dazugekommen ist ein weiteres Maschinengewehr, eine kleinere Version der PPSh. In Nordafrika als Brite gegen die Nazis In Ägypten und Libyen kämpfen wir zuerst als John Davis gegen die Deutschen. Dabei sprengen wir Depots, stürmen Bunkerlinien geschützt durch britische Panzer und fliehen vor deutschen Truppen, in der Hoffnung auf Verstärkung zu treffen. Wer die Panzerfahrten als Sowjet aus dem ersten Teil mochte, wird sich sicherlich über Folgendes freuen: Zum Schluss vertreiben wir die letzten Soldaten der Wehrmacht aus Nordafrika im Panzer als David Welsh. Eines unserer wichtigsten Ziel ist es, die Artilleriestellungen ausser Gefecht zu setzen. Auch hier gibt es die altbekannten Waffen wie die Sten und die Bren Gun, das Lee-Enfield Gewehr und andere Waffen. Neu dazu gekommen ist die Thompon SMG. Pointe du Hoc, ein amerikanischer Angriff auf die Normandie Anders als bei Medal of Honor spielt man als amerikanischer Soldat während der Landung nicht mitten in der Landung in der Normandie am Omaha Beach, sondern etwas westlicher am abseits gelegenen Pointe du Hoc. Die dort gelegenen Minen gefährden die Landung der anderen Soldaten, also müssen sie außer Gefecht gesetzt werden. Später muss dann noch der Rhein überquert und das dort liegende Städtchen erobert werden. Kurz darauf müssen müssen wir den deutschen Gegenangriff zurückschlagen, um den Strand nicht wieder zu verlieren. Hier hat sich nichts an der Bewaffnung getan. Die Gegner Während dieser Reisen trifft man auf Unmengen von gegnerischen Soldaten. Meist scheinen die Ströme von Wehrmachtssoldaten kein Ende zu nehmen, vor allem wenn man die gerade eroberte Stellung gegen den deutschen Gegenangriff verteidigen muss. Und das ist nicht gerade selten. Die Gegner werden meist zum Rückzug bewogen, sobald man ein Ziel (etwa alle gegnerischen Mörser Teams ausschalten) erreicht und dadurch ein weiteres Skript auslöst. Jedoch fragt man sich, gegen wen man eigentlich kämpft. Die deutschen Soldaten sind zu 90% übergewichtige Männer, ca. 35 Jahren mit Schnauzbart. Anders bei den Alliierten: Hier handelt es sich nur um junge, gut trainierte (na ja, bei den Sowjets nicht so ganz) und dynamische Soldaten. Hier scheint ein altes Vorurteil gegenüber den Deutschen bei der Gestaltung der Soldaten besonders viel Einfluss gehabt zu haben. Wo schießen sie denn? – Das Battle Chat System Eine der interessantesten Änderungen in Call of Duty 2 ist das sogenannte Battle Chat System. Rund 20.000 Code Zeilen sollen dafür sorgen, dass sich die computergesteuerten Soldaten untereinander verständigen können. So fallen Sätze wie "In dem grauen Gebäude, im Fenster, 2. Etage, rechts!", und die Kollegen schießen selbst dorthin. Auch dem Spieler hilft dies weiter, da er weiß, wo sein nächstes Ziel sein sollte. Allerdings verspotten sich Freund und Feind auch untereinander und dies teilweise sehr makaber, so ruft einem ein deutscher Soldat im französischen Caen zu: "Wenn der Krieg vorbei ist, braucht ihr Briten eine größere Insel – um die ganzen Toten zu begraben!" Leider kommt es nur zu häufig vor, das immer wieder der gleiche Satz gerufen wird, sodass man schnell genervt vor dem Monitor sitzt weil mindestens fünfmal derselbe Satz fällt. Die Atmosphäre In allen Spielen dieser Thematik laufen wir durch Trümmerlandschaften, an Bunkern und ähnlichem vorbei, doch wie stimmig ist die Atmosphäre? Hier kann man sagen: Erschreckend realistisch. Eine der schrecklichsten Szenen bietet die Landung am Pointe du Hoc. Während wir das Landungsboot verlassen wollen, wird es von einer Granate getroffen. Wir liegen hilflos am Strand und müssen mit ansehen, wie aus dem ebenfalls getroffen Boot die Soldaten brennend herauslaufen. Auch der Sanitäter der uns behandeln will, wird tödlich vom gegnerischen Maschinengewehr getroffen. Auch das beklemmende Gefühl im zerbombten Stalingrad, als wir zwischen den Ruinen laufen – immer auf der Hut, nicht in eine Falle der Deutschen zu laufen. Leider verliert der Realismus stark an Glaubwürdigkeit, da es keinen Balken mehr für die Lebenspunkte gibt. Nicht das dies an sich schlimm wäre, jedoch gibt es auch keine Medipacks mehr, wenn man zu viel einstecken musste, zieht man sich nur kurz zurück und der Soldat heilt sich wundersamerweise selbst. Das dies der Glaubwürdigkeit nicht gerade zuträglich ist, ist klar. Was wäre ein Shooter ohne... Mehrspielermodus! Der erste Call of Duty Teil lebte vor allem durch seinen vielseitigen Mehrspielermodus. Nicht viel anders sieht es beim Nachfolger aus. Ein rasanter Kampf um strategisch wichtige Punkte, Capture the Flag oder doch das klassische (Team-)Deathmatch stehen zur Verfügung. Anders als vorher muss man aufpassen, welche Waffe man einsteckt, denn die Zahl der Granaten unterscheidet sich nun von Waffe zu Waffe. Leider gibt es noch nicht die aktuelle Version von Call of Duty 2, weswegen man zur Zeit nicht mit seinen Windows Freunden zusammenspielen kann. Aspyr arbeitet bereits an dem Update. Grafik, Sound und Performance Die Grafik von Call of Duty 2 kann sich sehen lassen – vorausgesetzt man hat die Power um die Grafikeinstellungen hoch drehen zu können, denn bereits die Mindestanforderungen haben es in sich: Ein G5 mit 1,8 GHz wird vorausgesetzt. Auf dem Testrechner konnte das Spiel mit hohen Einstelllungen gut gespielt werden, nur die Schatten mussten deaktiviert werden. Weiterhin gibt es Berichte von G4-Nutzern, die das Spiel ebenfalls mit verhältnismäßig guter Performance spielen konnten, vor dem Kauf sollte jedoch erst die Demo zu Rate gerufen werden, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Zum Sound: An allen Ecken und Kanten wummert und rumst der Bass nur so von Granateinschlägen oder von vorbeifliegenden Kugeln, die Todesschreie sterbender Soldaten klingen beängstigend echt. Zu loben ist aber auch der orchestrale Soundtrack des Spiels. Fazit Call of Duty 2 ist definitiv ein Shooter der fesselndsten Sorte. Packende Stories, fantastische Grafikeffekte und Texturen, sich verständigende Freund und Feind Technik sowie ein gelungener Mehrspielermodus machen süchtig. Jedoch benötigt das Spiel einen unheimlich starken Rechner, weswegen es fraglich ist, wie viele Spieler das Spiel wirklich spielen können.
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